Tränen im Asiamarkt von Michelle Zauner, erschienen am 27. Oktober 2022 bei Ullstein Taschenbuch. 320 Seiten, Taschenbuch 13.99 €, Hörbuch 9.95 €.


Klappentext
Als Michelle mit Mitte zwanzig erfährt, dass ihre Mutter an Krebs erkrankt ist, steht die Welt für sie still. Sie lässt ihr bisheriges Leben in Philadelphia zurück und kehrt heim nach Oregon, in ihr abgelegenes Elternhaus, um ganz für ihre Mutter da zu sein.
Doch schon ein halbes Jahr später stirbt die Mutter. Michelle begegnet ihrer Trauer, ihrer Wut, ihrer Angst mit einer Selbsttherapie: der koreanischen Küche.
Sie kocht all die asiatischen Gerichte, die sie früher mit ihrer Mutter aß und erinnert sich dabei an die gemeinsame Zeit: an das Aufwachsen unter den Augen einer strengen und fordernden Mutter; an die quirligen Sommer in Seoul; an das Gefühl, weder in den USA noch in Korea ganz dazuzugehören. Und an die Körper und Seele wärmenden Gerichte, über denen sie und ihre Mutter immer wieder zusammengefunden haben.
Meine Meinung
Berührend ehrlich.
Auf „Tränen im Asiamarkt“ von Michelle Zauner bin ich durch einen Buchclub aufmerksam geworden. Ganz ehrlich, ich wüsste nicht, ob ich ohne diesen zum Buch gegriffen hätte. Trauerthematik ist nicht meins, auch wenn ich wichtig finde sich damit zu befassen. Schließlich durchleben wir in unserem Leben einige Verluste, ob vorhersehbar oder unverhofft.
Michelle Zauner verarbeitet hier die letzte gemeinsame Zeit & Verlust ihrer Mutter. Davor graut es mir persönlich am meisten…
Es ist sehr persönlich & ich fand es interessant, wie sie selbst ihr Leben und das ihrer Mutter reflektiert hat. Wie man so nah beieinander sein kann und doch Facetten des anderen neu entdeckt oder ihre Tiefe erst spät greifen kann.
Es geht auch um das Verständnis füreinander, das Vertrauen und respektieren der eigenen Entscheidungen. Das Wissen über Verfehlungen der Eltern und wie man sie „toleriert“.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Wie offen reden wir wirklich miteinander, was bewegt uns, inspiriert uns jeden wie viel davon teilen wir miteinander?
Gibt es immer einen Teil, der nur uns gehört? Halten wir ein Stück von uns zurück?
Die kulturellen Einflüsse, gerade im Hinblick aufs Essen, fand ich sehr spannend und glaubt mir; bei all den aufgeführten Leckereien hätte ich mich mitunter sehr gern an den Tisch gesetzt.
Michelles Hingabe in dieser Hinsicht fand ich bewundernswert. Überhaupt ihren Einsatz, der immer selbstverständlich schien. Der Respekt ihrer Mutter gegenüber, auch wenn sie nicht immer einer Meinung waren. Die Sorge, der Zusammenhalt. Eine besondere Verbindung.
Von mir eine große Leseempfehlung. Vielleicht nicht am Stück und immer, wenn es auch okay für euch nicht. Hört da einfach in euch rein.










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