[Rezension] Negerkuss von Meredith Winter

PicsArt_12-13-12.06.36Negerkuss von Meredith Winter, erschienen im Sommerburg Verlag, Liebesgeschichte, 224  Seiten, Ebook 4.99 €, Taschenbuch 9.99 €, ISBN.: 978-3981872279, 4/5 Sterne

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Klappentext:

Sakita gehört zu einer der zwölftausend Menschen aus Nigeria, die nach Deutschland flohen, um der islamistischen Gewalt und dem Terror zu entkommen.
Frederik ist Deutscher, Arzt und seit zwölf Jahren angesehenes Mitglied einer rechtsextremen Partei.
Als Sakita sowie weitere Flüchtlinge in sein kleines 800–Seelen-Dorf einkehren sollen, protestieren die Dorfbewohner und er vehement dagegen.
Zu wichtig ist ihm der Nationalstolz, zu groß seine Aversion gegen Ausländer.
Dass dies der Anfang einer großen Liebesgeschichte werden wird, ahnt er zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Dass er seine rosarote Brille nicht ewig tragen kann, auch nicht.
Eine mörderische wie politisch getriebene Achterbahn der Gefühle beginnt …

Meine Meinung:

Wow! Ein Buch um welches schon vor Veröffentlichung sehr heiß diskutiert wurde, leider nicht im positiven Sinne. Da frage ich mich doch gerade bei all den extrem kritischen Stimmen – habt ihr euch überhaupt näher mit dem Buch befasst oder seid ihr naiv gleich auf den Zug der Hetze aufgesprungen?

Ein sehr spezielles und zu Recht aufwühlendes Thema, welches sich Meredith Winter da herausgepikt hat. Bei kaum einem Thema prallen mehr Vorurteile aufeinander als bei der Flüchtlingspolitik. Jede negative Meinungsäußerung zur Einwanderungswelle wird gleich der rechten Einstellung zugeschrieben, dabei ist dies sehr selten der Fall, denn auch „Normalbürger“ haben ihre Ängste und Sorgen. Dies ist jedoch auch kein Wunder, prallen hier doch völlig gegensätzliche Welten aufeinander und Missverständnisse sind schon allein durch die sprachlichen Barrieren und den vorhandenen Vorurteilen vorprogrammiert. Denn diese Vorurteile existieren nun einmal, ob nun bewusst oder unbewusst. Wer frei von Schuld ist werfe den ersten Stein…

In diesem Buch werden beide Seiten sehr anschaulich dargestellt. Die Autorin hat sich sehr gründlich mit beiden Seiten befasst und bringt sie dem Leser sehr verständlich und nachvollziehbar rüber.

Ich habe die Geschichte an einem Abend durchgelesen, so spannend fand ich die Thematik und vor allem die gelungene Umsetzung. Euch erwartet keine kitschige Liebeskomödie in der beide Seiten all ihr Bedenken für den anderen über Bord werfen und auf ein unausweichliches Happyend zusteuern. Viel mehr ist es eine durchaus realistische Geschichte, die auch für ein Fünkchen Hoffnung sorgt, wenn gerade diese doch recht unterschiedlichen Charaktere irgendwie einen Weg finden.

Mich berührte vor allem Sakita’s Geschichte, ihren Grund zur Flucht aus der Heimat mit ihrem Bruder und wie die ersten Eindrücke in Deutschland aus ihrer Sicht gewirkt haben. Die Autorin bringt dem Leser hier eine von vielen tragischen Lebensgeschichten näher und schafft somit auch für diese einen neuen Blickwinkel und regt zum Nachdenken an. All die Gewalt und gefährliche Flucht, bis hin zu den seelischen Schäden, die jeder Einzelne eben auf seine Art verarbeitet. Ob bewusst oder unbewusst.

Es geht um den Wunsch sich einzugliedern und endlich ein „sicheres“ Heim zu haben, Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig ist die Angst auch ein ständiger Begleiter. Angst vor Verfolgung, Ausweisung, Anfeindungen – und diese nicht immer von „deutscher“ Seite.

Auch Frederiks Part ist interessant. Gefestigt in seinen Überzeugungen ist es für ihn sehr verwirrend ausgerechnet für die Dame mit den dunklen Augen solche Gefühle zu verspüren. Hin und her gerissen zwischen Nationalstolz und seinem Ansehen auf der einen Seite und den aufkeimenden Gefühlen und Beschützerinstinkt auf den anderen, muss er seinen Weg finden und wir dürfen ihn begleiten.

Diese Geschichte zeigt auf wunderbare Weise, das eben nicht alles schwarz oder weiß ist, sondern es unzählige Nuancen dazwischen gibt, in denen wir uns verlieren können. Ein Buch, welches meiner Meinung perfekt für den Unterricht geeignet wäre, zeigt es doch auch all die Schattenseiten und Vorurteile genau auf und hinterlässt beim Leser das Bedürfnis sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen oder gewissen Dinge nun aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Bildet euch eure eigene Meinung zum Buch, lasst euch nicht von vorgefertigten Meinungen beeinflussen und nutzt euren eigenen Kopf zum Nachdenken, denn nur so können all die Vorurteile und Missverständnisse weniger werden.

Und für all jene, die dieses Buch schon aufgrund des Covers und der Schrift verteufelt haben, hier mal was zum nachdenken:

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Bis zum nächsten Post! Bleibt euch treu und seid offen für die Meinung anderer, so können wir alle voneinander lernen.

Eure Moni

2 Kommentare zu „[Rezension] Negerkuss von Meredith Winter

Gib deinen ab

  1. Du unterstüzt also Rassismus? Ich habe im Vorraus die gesamte Debatte mitbekomme und schäme mich nun deinen Blog gelesen zu haben.
    Im Übrigen achte doch bitte, dass du die DSGVO einhältst.

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    1. Hallo,
      Ich unterstütze keineswegs Rassismus, die Debatte um dieses Buch ist aus dem Ruder gelaufen. Und ich habe sie ganz ehrlich nicht verfolgt und erst beim rezensieren gemerkt das es hier wohl jede Menge Unstimmigkeiten gibt.
      Ich habe das Buch unvoreingenommen gelesen, weil ich bereits ein anderes der Autorin kenne und gut fand. Auch diese Geschichte fand ich sehr gelungen. Wie schon in der Rezi beschrieben geht es nicht darum sich auf eine Seite zu schlagen sondern einen Einblick in beide Welten zu bekommen. Gerade auch die Perspektive der Flüchtlinge fand ich hier sehr gut beschrieben und hat mir viel Stoff zu nachdenken gegeben. Im positiven Sinne.
      Es tut mir leid wenn hier die Meinungen so weit auseinander gehen. Ein klügeres Marketing hätte hier bestimmt den Wind aus den Segeln nehmen können.

      Zur DSGVO, gib mir doch bitte einen Tipp was du meinst. Wie du vielleicht gesehen hast ist mein Blog noch relativ neu und ich blicke noch nicht in allem durch.

      Moni

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