[book 12/19] Ich, du und für immer wir von Sven Krüdenscheidt

PicsArt_03-24-09.33.27Ich, du und für immer wir von Sven Krüdenscheidt, Main Verlag, Roman, 248 Seiten, Kindle Edition 4.99 €, Taschenbuch 16.00 €, ISBN.:978-3959492683, 5/5 Sterne

Klappentext:

Ein Tyrann als Vater und Wehrmacht statt Studium, Ferdinand hat es nicht leicht.
Aber gerade bei der Wehrmacht ändert sich sein ganzes Leben, denn dort trifft er Georg.
In einer dunklen Zeit, in der gleichgeschlechtliche Liebe den Tod bedeuten kann, sind Ferdinand und Georg einander verfallen.
Ihre Suche nach dem Glück bringt sie an die Grenzen dessen, was ein Mensch ertragen kann.

Meine Meinung:

Wow. Eine absolut bewegende Liebesgeschichte, welche mich tief berührte und erschütterte, wie es schon ewig kein Buch mehr geschafft hat.

Der Roman spielt zur Zeit des zweiten Weltkrieges und so wundern den Leser natürlich diese vorhandenen Ideologien nicht, welche zu jener Zeit in den Köpfen der meisten Menschen vorhanden war.

Ferdinand fällt aus der Rolle, er fühlt sich zu Männern hingezogen und als er bei der Wehrmacht auf George trifft, ist es um die beiden geschehen.

Mit dieser Regierung an der Macht ist es auch für „normale“ Bürger schon nicht leicht, für Männer wie Ferdinand und George bedeutet es den Tod, sollte sie je jemand verraten. Es ist ein verdammt schmaler Grad und sie dürfen niemanden trauen.

Schon vom ersten Aufeinandertreffen der Protagonisten an fürchtet man um deren Leben. Der ständige Nervenkitzel, es könnte sie jemand erwischen, schwebt die ganze Zeit über ihnen. Schon minimale Gesten vor zu aufmerksamen Augen wäre ihr sicheres Ende.

Der Roman ist in Tagebuchform geschrieben, angefangen aus Ferdinands Sicht. Ich war ihm schnell verfallen, seiner Auffassung von Gerechtigkeit, sein Wunsch auf freie Entfaltung, die so unerreichbar scheint. Eigentlich unmöglich sein wahres Glück zu finden. Sein Vater ein absoluter Tyrann, der ihn zur Wehrmacht drängt und ihm damit ungewollt einem besonderem Menschen näher bringt.

Auch wenn wir natürlich alle wissen, welche unmenschliche, grausame Methoden zu jener Zeit herrschten, ist es doch trotz allem so erschütternd diese nochmals so deutlich zu durchleben. Sven Krüdenscheidt hat mein Herz gebrochen, wie es vor ihm nur Daniel Speck mit „Bella Italia“ schaffte. Wie oft war ich am Boden zerstört, beim Lesen so voller Wut und Fassungslosigkeit über dieses verbohrte Denken. Wie kaltherzig kann man nur handeln, in der eigenen Familie, unter Freunden. Wer ist Freund, wer Feind?

Ein wirklich aufwühlender Roman, der uns hilft nicht zu vergessen was damals geschah und hoffentlich auch anregt das Denken in so manchen Köpfen zu ändern. Es ist eines dieser Bücher, die du nie vergessen wirst. Nicht jede Szene, jede Begegnung, aber dieses ganz spezielle Gefühl im Herzen immer wenn du daran denkst!

Schon jetzt kann ich ziemlich sicher behaupten mein Jahreshighlight mit diesem Roman gefunden zu haben. Es ist einfach schwer vorstellbar das es ein anderes Buch auf diese Weise schaffen wird mich zu zerbrechen und doch die Hoffnung nie ganz versiegen zu lassen. Gott, was habe ich geweint….

Was bleibt mir noch übrig, als euch zu raten: Lest dieses Buch!

Wir können uns glücklich schätzen dieses Elend und all den Hass nicht selbst miterlebt haben zu müssen! Aber er war da, existiert in manchen Köpfen leider immer noch, es liegt nicht unendlich weit zurück. Wir sollten daran arbeiten, dass es nie wieder in dieses Extrem ausartet. Mehr Toleranz für andere Menschen aufbringen, denn wir wissen nicht was sie schon durchleben mussten und wollen doch selbst auch so akzeptiert werden wie wir sind.

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